„Ein Schritt nach vorne – ein Schritt auf die Seite – zwei Halbschritte zurück – ein Schritt seitwärts“ – Stopp“
Was sich wie die Schrittfolge eines klassischen Tanzes liest, ist häufig das Vorgehen von Menschen bei „wichtigen“ Entscheidungen. Mache ich das Richtige?“ „Was ist das Richtige?“ Mache ich dabei Fehler? Was werden die anderen dazu sagen?
Franz Grillparzer schreibt in seinem berühmten Drama „Ein Bruderzwist in Habsburg“: „Auf halbem Weg mit halber Kraft zu halben Zielen fortzuschreiten!“ [Franz Grillparzer, Akt 2, Szene 11]. Er beschreibt damit den Hang mit unentschlossenen Mitteln und halbherzigen Anstrengungen nur halbe Ziele zu erreichen. Anstatt „klare Entscheidungen zu treffen“ wird mit „mit halben Mitteln zauderhaft gestrebt“. Dieses Zaudern führt dazu, dass man sich entweder nicht „vom Fleck bewegt und vor der Kreuzung verharrt“, dadurch vielfach wertvolle Zeit verliert und durch die Unentschlossenheit Ziele nicht erreicht werden.
„Du veränderst die Situation nicht, wenn Du immer auf einen guten / besseren Zeitpunkt wartest!“
Im Kleinen kennen wir das in Form der „Aufschieberitis“ [oder wissenschaftlicher ausgedrückt, Prokrastination]. „Heute ist ein schlechter Zeitpunkt, um … fertigzustellen“ …
Der „richtige“ Zeitpunkt kommt nie und, wenn die Aufgabe dann erledigt werden muss, dann hat man vielleicht den x-fachen Aufwand, indem man sich wieder reindenken muss [„Welche Dateien sind wichtig, welche Version wollte ich aufheben, wer war aller involviert, wer muss informiert werden, …?“]
Wir „zaudern“ aber auch bei größeren Entscheidungen aus Angst, Unsicherheit, mangelndem Selbstvertrauen, … . Sigmund Freud bringt es auf den Punkt „Das bekannte Leid wird leichter ertragen als das unbekannte Glück“.
„Probleme sind zu lösen, Chancen einzulösen“
Je frühzeitiger wir Probleme zu lösen beginnen, desto überschaubarer sind „negative Auswirkungen, jedoch desto größer der nachhaltige und langfristige Erfolg.
In Analogie zum Schifahren: Je später Du in Kitzbühel auf der Streif die Hausbergkante siehst oder je später du sie sehen willst, desto härter musst du die Eisen einsetzen, um nicht zu stürzen. Je frühzeitiger Du die Herausforderung „Hausbergkante“ annimmst und entsprechend handelst, desto eleganter kannst Du den Schwung einleiten.
Genauso verhält es sich mit Problemen und Konflikten – im Endeffekt – wer zaudert muss am Ende des Tages zaubern. Das kann in das „Tal der Tränen führen oder jahrelangen Stillstand oder zur Zerstörung allem führen – denn zaubern ist Illusion auf der Bühne und nicht die reale Welt.
Probleme oder Konflikte lösen sich nicht von selbst und werden in der Regel auch nicht kleiner – sie sind zu lösen und das rechtzeitig, ohne Hast und Hektik. Aktionismus ist genauso der falsche Weg wie „Wer zaudert der muss zaubern“.
Gehen wir Themen im Privaten und Beruflichen an – JETZT IST DER BESTE ZEITPUNKT

Josef Wegenberger
josef.wegenberger@gwo.at



